KOENIGmuseum

Museen der Stadt Landshut


11. September 2021 bis 11. Februar 2022
9/11 UND DIE KOENIG KUGEL


Mit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 veränderte sich die Rezeption der Kugel (Große Kugelkaryatide) von Fritz Koenig, die 30 Jahre lang im New Yorker Zentrum zwischen den Zwillingstürmen des World Trade Centers positioniert war.
Die Bronzeskulptur wurde am 11. September 2001 durch den Terroranschlag beschädigt, jedoch nicht völlig zerstört. Das Überleben dieses Kunstwerkes war für die New Yorker ein starkes Symbol und Erinnerungsträger. Sie steht als Zeichen von Hoffnung und Überlebenswillen einer ganzen Nation über die Katastrophe von 9/11 hinaus. Durch ihr Schicksal erfuhr die Koenig Kugel, in New York „The Sphere“ genannt, eine zeitgeschichtliche Bedeutungserweiterung, die sie jenseits ihrer Rolle in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts zu einem Kunstwerk von außergewöhnlichem Wert macht.

Eröffnung: 10.09.2021 15.00-20.00 Uhr
9/11 Film-Programm zur Ausstellung im KOENIGmuseum am 10.09.2021 um 20.00 Uhr im Prantlgarten vor dem KOENIGmuseum
9/11 Dialoge am 11.09.2021 11.00 – 13.00 Uhr KOENIGmuseum


ZEICHNERISCHE VERKNÜPFUNGEN
MICHAEL LANGE


Der Landshuter Künstler Michael Lange (*1950) nimmt seine Umgebung bevorzugt mit dem Zeichenstift wahr. 2018 und 2020 setzte er sich intensiv mit Skulpturen von Fritz Koenig auseinander. Die Präsentation von Michael Sailstorfers ›brain‹ im KOENIGmuseum nahm Lange zum Anlass für eine zeichnerische Gegenüberstellung mit Fritz Koenigs ›Bouquet‹.
Die beiden Studioausstellungen zu Sailstorfer und Lange im KOENIGmuseum zeigen Ähnlichkeiten und Unterschiede dieser Skulpturen. ›Bouquet‹ und ›brain‹ haben – wie auch das bekannteste Werk Fritz Koenigs, die Kugelkaryatide – eine kugelige Grundform, sind aus Bronze gefertigt und stehen auf einem kurzen, vertikalen Sockel.
Beim Zeichnen treten für Michael Lange jedoch wesentliche Unterschiede hervor: Koenigs ›Bouquet‹ zeigte sich ihm als malerisch und stabil, wie ein Stillleben oder ein edles Monument von zeitloser Würde. ›Brain‹ hingegen schien Lange in unruhiger Bewegung zu sein. Ein fließendes, endloses Gedankenaggregat.
Zwischen den Versionen von ›Bouquet‹ (1966/67) und ›brain‹ (2020) liegen nicht nur rund 50 Jahre, sondern auch ein grundsätzlich anderes Verständnis von Kunst: das der klassischen Nachkriegsmoderne, vertreten durch Fritz Koenig, und das der Konzeptkunst von Michael Sailstorfer im Gefolge von Joseph Beuys. Durch die
zeichnerische Verknüpfung der beiden Werke durch Michael Lange tritt der ihnen innewohnende Charakter deutlich hervor.
Diese Ausstellung entstand mit großzügiger Förderung durch den Freundeskreis Stadtmuseum Landshut e.V., der die Skulptur ›brain‹ von Michael Sailstorfer als Leihgabe an die Museen der Stadt Landshut zur Verfügung gestellt hat.


ARIADNE-RAUM
MICHAEL SAILSTORFER


Das KOENIGmuseum widmet 2021 Michael Sailstorfer (*1979), dem Bildhauer und internationalen Shootingstar der aktuellen Kunstszene aus Berlin mit niederbayerischen Wurzeln, im Rahmen einer Studioausstellung einen eigenen Raum.
Im Zentrum steht das Werk ›brain‹, ein in Bronze gegossenes Tau-Knäuel auf einem dünnen Sockel, das der Freundeskreis Stadtmuseum e.V. 2020 angekauft hat und als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt.
Die kugelige Gehirn-Skulptur wird begleitet von zwei Werken aus der früheren Gruppe ›Mazes‹ (2011 bis 2013): Großformatige, zweidimensionale Bilder mit Labyrinth-Muster auf einer Kupferoberfläche, in die Sailstorfer einen Weg hinein geätzt hat. Hinzu tritt eine Lichtinstallation mit dem Titel ›Kreuzknoten‹ in den Komplementärfarben Rot und Grün. Den Titel „Ariadne-Raum“ hat Michael Sailstorfer selbst gewählt. Damit spielt er auf die Figur der Ariadne in der griechischen Mythologie an, die dem Helden Theseus mit Hilfe eines Wollknäuels den Weg in bzw. aus dem Labyrinth von Minos gewiesen hat.
So wie das Wollknäuel stehen ›Kreuzknoten‹ und ›brain‹ für die verschlungenen Gedankengänge, die Verknotungen und Verwirrungen im menschlichen Gehirn, im künstlerischen Schaffensprozess, in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie im menschlichen Leben überhaupt, welches das Labyrinth symbolhaft repräsentiert.
So fügt sich Michael Sailstorfers Installation ideal in den verborgenen und einem Irrgarten ähnlichen, verwinkelten Bau des KOENIGmuseums ein.

Michael Sailstorfer “brain”

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